🇩🇪 In Zeiten von Corona - Veränderung erfolgreich managen!




Umgang mit der Krise - Veränderung in Zeiten von Corona

Sabine Hoffmeister Diplom Psychologin

Dieses Leben, diese „neue“ Realität, dominiert durch diesen Virus, hat uns einfach nicht um Erlaubnis gefragt! Wäre schön gewesen, wenn es einen Trailer gegeben hätte, den man sich vorher hätte anschauen können, bevor man diesen (Horrror)Film ausgewählt hätte.

So funktioniert das aber nicht.

Die Realität ist so wie sie ist bzw. was sie ist, was passiert, passiert! Wie wir damit umgehen, liegt bei uns!

Und in Zeiten von Corona Angst zu haben, ist ok. Aber sich der Veränderung nicht zu stellen, wird nicht helfen.Sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Einfluss dieses Thema auf unser jetziges und zukünftiges privates und berufliches Leben hat, macht absolut Sinn. Und da es kaum Medien gibt, die hierzu keine news posten, sind wir sowieso alle mit im Boot. Wir alle sind mit diesem Thema konfrontiert, aber nicht alle sind direkt betroffen.

Umgang mit der Krise bedeutet, dass wir aus einer alten bekannten Welt in eine neue ungewisse Zukunft marschieren. Jede Krise bedeutet, dass wir einen Veränderungsprozess durchlaufen, der unterschiedliche Phasen beinhaltet.

Welchen Einfluss dieses Thema zur Zeit konkret auf mein/ unser Leben hat, werden wir je nach Zeitpunkt und Veränderung der Situation immer wieder neu beurteilen und neu beantworten.

Alle Change Kurven basieren im Wesentlichen auf der Arbeit von Elizabeth Kübler-Ross, einer Schweiz-Amerikanerin, die diese Kurve bereits im Jahr 1965 beschrieb in ihrem Buch „On death and dying“. Und insbesondere in Corona Zeiten ist das eine wertvolle Hilfe, um zu verstehen was gerade läuft und um Handungs-Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.



1. Das Nicht-Wahr haben wollen

2. Ärger/ Zorn

3. Depression

4. Verhandeln

5. Zustimmung

(Quelle wikipedia)

Im Umgang mit dem Tod und im Angesicht dessen, haben diese Phasen - insbesondere in der jetzigen Zeit - nicht an Relevanz verloren.

In Anlehnung an diese Kurve und basierend auf einem persönlichen Ereignis – dem plötzlichen Tod meines ersten Mannes, habe ich im Jahr 1992 folgende Change Kurve entwickelt, die mir und meinen Kunden im Umgang mit Veränderung und Veränderungsprozessen sehr geholfen hat.



Eine Erweiterung und Veränderung des „Grief Cycle“ mit 7 Phasen:

1. Schock/Ãœberraschung

„oh Gott“ „oh herrje“

Am Anfang jeder Krise/Veränderung steht die Überraschung. Hier erfolgt die Bewertung der Situation, sowohl geistig, als auch emotional und häufig begleitet

von körperlichen Reaktionen. Flucht, Angriff, Einfrieren als probate Reaktionen unseres Nervensystems.

Zum Beginn der Corona Krise befanden sich nach und nach ganze Nationen im Schockzustand. Und in manchen Ländern beginnt diese Krise jetzt erst richtig.

2. Verneinung – nicht wahrhaben wollen, Ablehnung, Ignorieren

„das ist doch nicht wahr, das kann doch gar nicht sein, das betrifft uns nicht, „nur“ China….“

Die wahrgenommene Kompetenz in einer neuen Situation steigt hier wieder, denn wenn ich es „ignoriere“ muss ich mich nicht damit auseinandersetzen. An dieser Stelle werden vor allem Werte, Glaubenssätze und Einstellungen darüber aktiv, wie Dinge „eigentlich“ zu sein haben und was gut und richtig ist.

3. Rationale Einsicht, Verstehen

„verdammt, das ist eine wirkliche Krise, das macht auch vor Europa nicht halt, das ist jetzt bei uns…“

Die Einsicht, das Verstehen ist vorhanden, die Wahrnehmung ist aber zumeist problemorientiert, vergangenheitsbezogen oder auf schnelle ad hoc Lösungen fixiert, die das Problem möglichst schnell aus dem Weg räumen sollen.

4. Emotionale Akzeptanz

„so viele Fälle, es sterben Menschen, Menschen aus meinem Umfeld, überall auf der Welt…“

„das Virus beeinträchtigt unser Leben, unsere Freiheit, bestimmt unser Leben….“